Bilder, die die Welt verändern sollten — Teil 1

Nur zu gerne schauen wir uns schöne Fotografien an. Gleich ob in Magazinen oder die, die wir selbst geknipst haben. Umfragen zufolge gehört der Beruf des Fotografen unter die ersten zehn Traumberufe der Deutschen. Was viele nicht wissen: Der Job eines Fotografen ist unheimlich hart. Während die meisten in Fotostudios arbeiten, sind es nur wenige, die in der Wüste, der Wildnis oder in großen Metropolen unterwegs sind.

Jedoch zeigen Fotografen nicht nur Fotos, die wir wunderschön finden, sondern auch solche, die uns teilweise erschüttern, emotionale Reaktionen auslösen und zum Denken anregen. Lesen Sie hier von Fotos und ihren Geschichten.

Kevin Carter — Hungerndes Kind unter Geiern

Der Fotograf Kevin Carter war ein Fotojournalist aus Südafrika. Er arbeitete zunächst als Sportfotograf, wandte sich jedoch später dem Thema Rassendiskriminierung zu. So war er der erste Fotograf, der in den 80ern Fotos einer öffentlichen Hinrichtung schoss. Mit dem Foto Hungerndes Kind unter Geiern knipste er 1993 ein das Herz berührendes Foto eines hungernden Kindes im Sudan. Dieses Foto wurde mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet. Es wurde von der New York Times gekauft und erschien später auf der ganzen Welt. Carter zeigte damit die Grausamkeit der Hungersnot. Das Foto löste jedoch öffentliche Empörung aus und viel Kritik wandte sich gegen den Fotografen selbst. Ihm wurde vorgeworfen, das Kind hilflos mit dem Geier im Hintergrund liegen zu lassen, um das Foto zu knipsen. Jedoch wird vermutet, dass die Mutter in der Nähe war und das Kind nie wirklich in Gefahr. Der Fotograf nahm sich 1994 infolgedessen das Leben. Im Film The Bang Bang Club wurde das Leben des mutigen Fotografen dargestellt.

Stanley Forman — Zusammenbruch der Feuerleiter

Der bekannte Fotograf Stanley Forman arbeitete für die Tageszeitung Boston Herald. 1975 sollte er für den Boston Herald die Rettung einer Frau bei einem Brand dokumentieren. Als beim Abstieg von Frau und Kind die Feuerleiter zusammenbrach, schoss Stanley Forman sein weltberühmtes Foto, für das er den Pulitzer-Preis erhielt. Auch hier stellt sich die Frage nach der Ethik. Sollte ein Fotograf seine Arbeit aus Respekt unterbrechen? In Nachhinein veranlasste das Foto jedoch viele Orte, bessere Sicherheitsvorschriften für den Brand-Fluchtweg durchzusetzen. Das Foto von Stanley Forman trug maßgeblich dazu bei, dies zu bewirken.

Eddie Adams — Hinrichtung in Saigon

Das Foto Hinrichtung in Saigon des Fotojournalist Eddie Adams gehört zu den am häufigsten veröffentlichten Kriegsbildern. Das Foto zeigt eine Hinrichtung, bei der der Polizeichef in Saigon einen gefangenen Vietcong durch einen Kopfschuss auf einer öffentlichen Straße tötete. Dieses Foto aus dem Jahr 1968 ging um die Welt. Was es nicht zeigen konnte, war der Sachverhalt. Denn der Vietcong soll zuvor viele Morde begangen haben. Das Foto erhielt den Pulitzer-Preis und trug entscheidend dazu bei, die Anti-Kriegsbewegung anzuheizen.


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